Kardiologie
Wenn das Herz Warnsignale sendet - Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern und plötzlichen Herztod frühzeitig erkennen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen in Europa und der Schweiz weiterhin zu den häufigsten Ursachen für Krankheit, Spitalaufenthalte und vorzeitige Sterblichkeit. Besonders problematisch ist, dass sich viele Herzerkrankungen über Jahre entwickeln und erste Beschwerden häufig unterschätzt werden. Eine frühzeitige Abklärung typischer Warnsignale kann jedoch entscheidend sein, um schwerwiegende Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzschwäche zu verhindern.
Herzinfarkt rechtzeitig erkennen
- Druck-, Enge- oder Brennengefühl im Brustkorb
- Schmerzen mit Ausstrahlung in Arme, Rücken, Schulter, Hals oder Oberbauch
- Atemnot
- Kaltschweissigkeit
- Übelkeit oder Erbrechen
- Ausgeprägte Schwäche oder Schwindel
Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Diabetes zeigen häufig weniger typische Beschwerden. Nicht selten stehen Luftnot, ungewöhnliche Erschöpfung, Übelkeit oder Oberbauchbeschwerden im Vordergrund.
Herzschwäche – wenn die Pumpkraft des Herzens nachlässt
Die Herzschwäche (Herzinsuffizienz) gehört zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen im höheren Lebensalter. Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und werden daher zunächst fehlinterpretiert.
- Verminderte körperliche Belastbarkeit
- Schnelle Erschöpfung
- Luftnot bei Belastung oder im Liegen
- Geschwollene Beine oder Knöchel
- Herzrasen oder Herzstolpern
Vorhofflimmern – die häufigste Herzrhythmusstörung
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Das Risiko für einen Schlaganfall ist bei Vorhofflimmern etwa fünfmal höher als bei Menschen ohne diese Rhythmusstörung.
Die wichtigsten Warnsignale des Herzens
- Herzrasen oder unregelmässiger Herzschlag
- Abfall der körperlichen Belastbarkeit
- Luftnot bei Belastung oder in Ruhe
- Schwindel
- Brustschmerzen oder Brustenge
- Geschwollene Beine oder Knöchel
Plötzlicher Herztod – schnelles Handeln rettet Leben
Ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand tritt oft unerwartet auf. Betroffene verlieren innerhalb weniger Sekunden das Bewusstsein und atmen nicht mehr normal.
Häufige Ursache sind schwere Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern, meist ausgelöst durch einen Herzinfarkt oder andere strukturelle Herzerkrankungen.
Wichtig sind in dieser Situation:
- Sofortiger Notruf (144)
- Unmittelbarer Beginn der Herzdruckmassage
- Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED), sofern verfügbar
Mit jeder Minute ohne Wiederbelebung sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich. Deshalb sind sofortige Herzdruckmassage und eine frühe Defibrillation entscheidend.
Wann sollte eine kardiologische Abklärung erfolgen?
Eine fachärztliche Untersuchung ist insbesondere empfehlenswert bei neu aufgetretenen Beschwerden, einer Verschlechterung der körperlichen Belastbarkeit oder bei bekannten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhten Cholesterinwerten oder einer familiären Vorbelastung.
- Brustschmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb
- Luftnot bei Belastung oder in Ruhe
- Herzstolpern oder Herzrasen
- Schwindel oder Bewusstlosigkeit
- Neu aufgetretene Leistungsminderung
- Bekannte Herz-Kreislauf-Risikofaktoren
- Familiäre Belastung mit Herzinfarkt oder plötzlichem Herztod
Fazit
Brustschmerzen, Luftnot, Herzrhythmusstörungen oder ein unerklärter Leistungsabfall sollten nicht als normale Alterserscheinungen abgetan werden. Moderne kardiologische Diagnostik ermöglicht heute häufig eine frühzeitige Erkennung und gezielte Behandlung, noch bevor schwerwiegende Komplikationen auftreten.
Quellen
- McDonagh TA, Metra M, Adamo M, et al. 2023 Focused Update of the ESC Guidelines for the Diagnosis and Treatment of Acute and Chronic Heart Failure. European Heart Journal. 2023.
- Byrne RA, Rossello X, Coughlan JJ, et al. 2023 ESC Guidelines for the Management of Acute Coronary Syndromes. European Heart Journal. 2023.
- Hindricks G, Potpara T, Dagres N, et al. 2024 ESC Guidelines for the Diagnosis and Management of Atrial Fibrillation. European Heart Journal. 2024.