Kardiologie

Herzstolpern und Herzrasen – wann sollte man es abklären lassen?

Marco prüft auf dem Alexanderplatz seine Smartwatch, die einen möglichen unregelmässigen Rhythmus meldet.

Einleitung

Herzstolpern und Herzrasen gehören zu den häufigsten Gründen für eine kardiologische Vorstellung. Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens einzelne Aussetzer, zusätzliche Herzschläge oder Phasen mit beschleunigtem Herzschlag. In den meisten Fällen sind diese Beschwerden harmlos. Manchmal können jedoch auch behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen dahinterstecken.

Was versteht man unter Herzstolpern?

Herzstolpern entsteht häufig durch sogenannte Extrasystolen. Dabei handelt es sich um zusätzliche Herzschläge, die zwischen den normalen Herzschlägen auftreten. Betroffene beschreiben dies häufig als Aussetzer des Herzens, Stolpern oder Flattern.

Was versteht man unter Herzrasen?

Von Herzrasen spricht man, wenn das Herz plötzlich deutlich schneller schlägt als gewöhnlich. Mögliche Beschwerden sind Herzklopfen, Herzjagen, Schwindel, Luftnot oder Leistungsminderung.

Mögliche Ursachen

Zu den häufigen und meist harmlosen Ursachen zählen Stress, Schlafmangel, Koffein, Alkohol, Nikotin oder Flüssigkeitsmangel. Herzbedingte Ursachen sind beispielsweise Vorhofflimmern, Vorhofflattern, Herzklappenerkrankungen, koronare Herzkrankheit oder Herzschwäche. Weitere Ursachen können Schilddrüsenüberfunktion, Blutarmut, Elektrolytstörungen oder Angststörungen sein.

Wann sollte Herzstolpern abgeklärt werden?

Eine kardiologische Untersuchung ist insbesondere sinnvoll bei neu aufgetretenen Beschwerden, häufigem Herzstolpern, anhaltendem Herzrasen, Schwindel, Kollapsneigung, Luftnot, Brustschmerzen oder eingeschränkter Belastbarkeit.

Welche Untersuchungen helfen weiter?

  • Ruhe-EKG
  • Langzeit-EKG
  • Event-Recorder oder Loop-Recorder
  • Echokardiographie (Herzultraschall)
  • Belastungs-EKG
  • Blutuntersuchungen einschliesslich Elektrolyten, Schilddrüsenwerten und Blutbild
  • Koronar-CT oder Herzkatheteruntersuchung bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit

Vorhofflimmern – die häufigste Herzrhythmusstörung

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung im Erwachsenenalter. Typische Beschwerden sind Herzrasen, Herzstolpern, Luftnot und Leistungsminderung. Da Vorhofflimmern das Schlaganfallrisiko deutlich erhöhen kann, ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig.

Moderne Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Mögliche Therapieoptionen sind Lebensstiloptimierung, Medikamente, Katheterablation, Schrittmachertherapie oder die Behandlung von Grunderkrankungen.

Fazit

Herzstolpern und Herzrasen sind häufig und meist harmlos. Treten die Beschwerden jedoch wiederholt auf oder gehen mit Schwindel, Luftnot, Brustschmerzen oder Leistungsminderung einher, sollte eine kardiologische Abklärung erfolgen.

Quellen

  1. Hindricks G et al. 2020 ESC Guidelines for the Diagnosis and Management of Atrial Fibrillation. European Heart Journal. 2021.
  2. Joglar JA et al. 2023 ACC/AHA/ACCP/HRS Guideline for the Diagnosis and Management of Atrial Fibrillation. Circulation. 2024.
  3. Zeppenfeld K et al. 2022 ESC Guidelines for the Management of Patients With Ventricular Arrhythmias and the Prevention of Sudden Cardiac Death. European Heart Journal. 2022.